GSG Kunstkollektion

Die französische Bilder-Apokalypse

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Alternativ-Titel: The Golden Images of the Apocalypse, Apocalypsis Yates Thompson 10, Yates Thompson Apocalypse
Art: Handschrift auf Pergament
Umfang / Format: 80 Seiten / 26,5 × 18,2 cm
Herkunft: Frankreich
Datum: Um 1370–1390
Epoche: Spätes Mittelalter und jünger
Stil: Gotisch
Genre: Apokalypsen / Beatus-Handschriften
Sprache: Französisch
Schrift: Gotische Textualis Rotunda
Buchschmuck: 69 große Miniaturen; 1 historisierte Initiale; durchweg goldene Initialen und florale Bordüren
Inhalt: Offenbarung des Johannes, Prolog und Kommentar
Künstler / Schule: Wird dem Künstler zugeschrieben, der für das Krönungszeremoniale Kaiser Karls V. (Cotton Tiberius B VIII, Paris um 1365, ff. 35-80, British Library, London) verantwortlich ist.
Vorbesitzer: Jean Philippe Eugène (1674–1732), Graf von Merode, Marquis von Westerloo, Augustus Frederick (1801–1843), Herzog von Sussex, Thomas, Thorpe, John Fuller Russell, Henry Yates Thompson (1838–1928), Henry Yates Thompson, zurückgekauft im Jahre 1926. Dem British Museum in 1941 von Henry Yates Thompson hinterlassen

Beschreibung

Die “Apokalypse Yates Thompson” ist eine kostbare und aufwendig gestaltete Apokalypsenhandschrift, die zwischen 1370 und 1390 in Frankreich entstand. Ihr Name leitet sich von ihrem letzten Besitzer, Henry Yates Thompson, ab. Über dieses geheimnisvolle Werk gibt es nur begrenzte Informationen, und es bleibt vieles unklar. Die prächtigen, farbenfrohen Miniaturen im Stil der französischen Gotik wurden vom selben Meister geschaffen, der bereits das berühmte Krönungsbuch Kaiser Karls V. gestaltet hatte.

Die Johannesoffenbarung, auch als Apokalypse bekannt, ist das letzte Buch des Neuen Testaments und beschreibt das Ende der Welt und das Jüngste Gericht. Diese Erzählung zählt zu den einflussreichsten literarischen Werken weltweit und hat seit Jahrhunderten Künstler in Literatur, Film und bildender Kunst inspiriert. Die Ausgabe dieses Textes in der Sammlung von Henry Yates Thompson ist besonders faszinierend und enthält 69 große Miniaturen, goldene Initialen und kunstvolle florale Bordüren.

Die Herkunft und Entstehungsgeschichte dieser Apokalypse bleiben bis heute ein Rätsel. Es ist unbekannt, wer das Manuskript in Auftrag gegeben hat. Die Handschrift hatte verschiedene Besitzer im Laufe der Geschichte, darunter der Brüsseler Reichsgraf von und zu Merode und Markgraf von Westerlo, Jean Philipp Eugène, sowie der Duke of Sussex, Augustus Frederick, im Jahr 1844. Schließlich gelangte sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Besitz von Henry Yates Thompson, einem britischen Zeitungsmagnaten und Buchsammler, der sie der British Library in London vermachte.